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Tage

Heute war wieder ein typischer Freitag. Durch die Lage meines Sprachkurses ist der Freitag praktisch immer blockiert. Allerdings wollte die Japanisch-Lehrerin heute mit uns in ein japanisch-chinesisches Restaurant gehen, doch das hat sich aufgrund der japanischen Öffnungszeiten leider als Flop herausgestellt.


  • today 01.06.2018

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Etwas widerstrebend habe ich mich heute noch einmal nach Nara aufgemacht. Das letzte Mal ist auch schon einige Wochen her und ich muss gestehen, dass mich Nara nicht ganz so reizt, wie all die anderen Städte, die ich bisher gesehen habe. Die Fahrt ist zwar kaum länger, als die Fahrt nach Osaka, und dennoch widerstrebt sie mir irgendwie. Dem zum Trotz habe ich heute einen schönen Tag in Nara verbracht. Ich habe noch einige von den Tempeln gesehen, die auf meiner Liste standen. Manche haben sich weniger gelohnt als andere, trotzdem war es aber ein schöner – wenn auch anstrengender Tag. Zumindest hat es für Plattfüße und Sonnenbrand gereicht.


  • today 02.06.2018

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Dinge, an die man sich erinnert ...

Schön war heute auch das spontane Zusammentreffen mit einem der Volunteer-Guides im ehemaligen »Heijo Palace«. (Die Volunteer-Guides, die durch ihre grünen Jacken auffallen, gibt es viel in Japan.) Der Mann hat mich angesprochen und hat mir in einem sympathischen Gespräch, dann einige Einzelheiten zum ehemaligen »Heijo Palace« erklärt. In dem Gespräch hat sich dann auch schnell herausgestellt, dass der Japaner sogar etwas Deutsch spricht. (Wohl hatte er einmal Japanisch in der Universität gelernt.) Der Mann dann erklärt, wie ein Kaiser in Japan gekrönt wird. Das Pavillon, dass in dem ehemaligen »Heijo Palace« steht, wird nach Tokyo transportiert und dort nimmt dann der neue Kaiser auf dem Tron in dem Pavillon platz. Hier darf man sich aber keinen prunkvollen Thron vorstellen. Es handelt vielmehr um einen einfachen Holzstuhl. Eigentlich eher hart und ungemütlich — eine passende Metapher für »Herrschaft«.


Als ich dann im Begriff war weiter zu ziehen, lief mir der Volunteer-Guide noch einmal kurz hinterher und drückte mir ein kleines Foto – nicht viel größer als eine Briefmarke – in die Hand. Es stellte sich als ein Foto von »Heijo Palace« im rötlichen Zwielicht heraus. Ein Foto, wie man mir erklärte, das eine der Wachen gemacht hatte.


Mit diesem Foto in der Hand, wurde mir mit einem Mal wirklich deutlich, was für eine Erinnerung dieses kleine Foto geschaffen hat. Sicher mit den eigenen Fotos, den Postkarten und Foto-Alben kann man sich lange an Momente, Ereignisse und die Geschehnisse erinnern. Dennoch verschwimmen die Erinnerungen. Mit der Zeit stützt man sich mehr und mehr auf die Fotos, während die Erinnerung vielleicht verschwimmt. Irgendwann kann man die Tempel, Schreine und Sehenswürdigkeiten nicht mehr richtig zuordnen. Aber mit diesem kleinen Foto wird es anders sein. Denn das Foto selbst und dessen Inhalt sind bedeutungslos, denn das Foto erinnert weniger an »Heijo Palace«, als an seine Herkunft und die damit zusammenhängende Begegnung. Dieses kleine Foto verschmilzt auf ganz andere Art und Weise mit meiner eigenen Geschichte, als es meine eigenen Fotos tun.


  • today 02.06.2018

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Spinach Curry Ramen

Zum Abendessen gab es heute recht außergewöhnliche Ramen. Im Prinzip sind Ramen ja geschmacklich immer recht ähnlich aufgebaut. Allerdings gibt es, wie beispielsweise die »Kaenka Ramen« (in Kyoto), Ramen, die aus der Reihe stechen. So war es auch hier. Diese Ramen vereinten vieles, das genau meinen Geschmack traf. Spinat, Curry und nun ja Ramen, halt. Eine sehr interessante und schmackhafte Kombination.


  • today 02.06.2018

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Nachdem anstrengenden Tag gestern konnte ich Osaka heute nur wenig genießen. Heute war ich hauptsächlich fotografisch unterwegs und habe architektonisch interessanten Wolkenkratzer Osakas abgeklappert. Da ich ein kleines Fabel für »Architekturfotografie« habe, freue ich mich immer, wenn ich Stahl, Glas, Winkel und Symmetrien vor die Linse bekomme. Hier ist eine kleine Liste, der Gebäude, die ich abgeklappert habe:



Aus der Sicht eines Architekten mag diese Liste vielleicht unvollstänig sein.


  • today 03.06.2018

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Tadao Ando Rowhouse

Auch das bekannte »Tadao Ando Rowhouse« von dem japanischen Architekten »Tadao Ando« habe ich natürlich auch besucht. (Wenn ich mich recht erinnere, musste ich dieses Bauwerk in meiner Schulzeit einmal architektonisch erörtern.) Allerdings ist das Haus tatsächlich bewohnt. Wenn man bedenkt, dass es sich um ein Reihenhaus handelt, dann ist das irgendwie klar. Aber bei dem Bekanntheitsgrad von »Tadao Ando« hatte ich darüber gar nicht nachgedacht. Was habe ich also gesehen? Eine dicke, kalte und fensterlose Betonwand, in die ein rechteckiges Loch eingelassen ist. Das dunkle Loch führt dann zur Haustür. Simpel, nicht sehr einladend und doch irgendwie total cool.


  • today 03.06.2018

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Digital Illustration Advanced

In »Digital Illustration Advanced« geht es jetzt richtig los. Wir steckend jetzt mitten in der dritten »Challenge«, wie hier die Abgaben bezeichnet werden. Wir sollen eine Reihe von Plakaten für Videospiele, Konzerte oder andere Events mit illustrativen Mitteln entwerfen. Da das Ganze thematisch recht frei ist, macht die Arbeit echt Spaß. Bisher läuft es eigentlich auch ganz gut.


  • today 04.06.2018

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Heute habe ich mich an der Universtität mit einer meiner japanischen Kommilitonen zum Mittagessen verarbredet. Das Essen war sehr lecker. Das Gespräch hat aber vor allem sehr gut getan. Es ist schön wenigstens ein bisschen Kontakt zur den Kommilitonen hier zu finden. Kontakte zu knüpfen hat sich bisher nämlich als größte Herausforderung herausgestellt. Nicht nur gibt es eine große Sprachbarriere, die auch bei den Japanern in meinem Alter nicht unerheblich ist. Es gibt sogar Kommilitonen, die gar kein Englisch zu sprechen scheinen. (Das hat mich echt überrascht. Allerdings kann ich mir auch vorstellen, dass mit Japanisch als Muttersprache Englisch schon deutlich schwerer zu lernen ist.) Hinzukommt auch noch das viele Japaner doch sehr schüchtern sind.


  • today 05.06.2018

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Manga Basics

Heute habe ich wieder einmal viel Energie in mein Manga gesteckt. Und ich muss sagen, dass ich jetzt doch zunehmend zufriedener mit meiner Arbeit bin. Mehr und mehr bekomme ich ein Gefühl für die Komposition einer spannenden Seite in einem Manga. Auch mit meiner stilistischen Entwicklung an diesem Punkt bin ich im Moment nicht ganz unzufrieden.


Auch der Professor lobte heute meine Arbeit mit den Worten すばらしい (dt.: wunderbar) und おもしろい (dt.: interessant) mehrfach. Da meine erste Schriftwahl etwas daneben lag, gab er mir – wie versprochen auch noch einmal ein paar Tipps zur Verwendung von Schriften. (Man muss ja schließlich erstmal ein Gefühl für die Schriftsprache und die damit verbundene Formsprache bekommen.) Zu diesem Zeitpunkt hatte ich meine Schriftwahl bereits überarbeitet und der Professor schlug mir dann die Schrift vor, für die ich mich kurz zuvor entschieden hatte. Alles in allem würde ich das doch als erfolgreichen Tag beschreiben.


  • today 06.06.2018

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Den Tag heute habe ich wieder in Kyoto zugebracht. Eigentlich ist nicht allzu viel Aufregendes passiert. Ich habe mir ein paar Schreine angesehen und bin etwas durch die Shoppingstraße getingelt. Ich habe eine neue Sorte »KitKat« probiert. »Uji Houjicha« — Sehr lecker!


  • today 07.06.2018

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Mit unserer Japanisch-Lehrerin waren wir heute in einem lokalen Sushi-Restaurant und haben uns durch verschiedene Sushi(s) probiert. Dabei war auch eine Runde Wasabi-Sushi — Voll geil! Man hat auch gleich gemerkt, dass da richtig Wasabi drin war. Auch das Sushi mit dem frittierten Squid war sehr lecker. Sushi brauch ich zwar nicht allzu oft, aber wenn dann muss ich sagen, genieße ich das schon. Es ist halt ein Essen, dass sehr variantenreich ist und bei dem man Spaß am Ausprobieren kann.


  • today 08.06.2018

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»The World of Shakyamuni«

Vormittags waren wir heute im »Ryokoku Museum« in der Ausstellung »The World of Shakymuni«, eine Ausstellung, die sich mit der Geschichte des (historischen) Buddha »Siddhartha Gautama« beschäftigt. Die Ausstellung war sehr interessant und setzte sich einerseits aus historischen Relikten und Kunst zusammen. Unter anderem wurden auch Originale Storyboards aus dem »Buddha«-Manga von Osamu Tezuka gezeigt. (Das Manga ist genial und ein absolutes Muss für jeden, den das Thema Buddhismus beschäftigt und der gerne Manga liest.)


  • today 09.06.2018

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Samurai Kembu Kyoto

Gestern haben wir spontan eine einstündige Show bei »Samuari Kembu Kyoto« gebucht. Kembu, Kenbu oder auch Kenshibu 剣詩舞 ist eine Form des Tanzes mit dem Samurai-Schwert, die von Poesie begleitet wird.


Bei unserer Abendshow hatten wir heute großes Glück. Denn obwohl es scheinbar mehrere Reservierungen gab, waren wir — meine Reisegefährtin und Ich — die einzigen Gäste dieser Vorführung. Die Vorführung war in jeder Hinsicht beeindruckend. Nicht nur der Umgang mit dem Schwert, der Tanz und die Paarung mit der Poesie waren eindrucksvoll, sondern auch der Aufbau des gesamten Events hat Spaß gemacht. Die Vorführung begann mit einer kleinen Erläuterung und einigen kurzen inszenierten Gedichten. In einem kurzen und interaktiven Vortrag gepaart mit Humor erklärte man uns die Bewegungen des Fächers. So konnte durch Formen und Aufstellen des Fächers eine Sakeflasche dargestellt werden. (Nachdem der darstellende Schauspieler mehrfach von dem Sake getrunken hatte, fragte der Votragende, ob der Sake den schmecke und wies ihn an, doch mit der nächsten Darstellung fortzufahren.) Es gab auch eine kleine Einlage mit einem Ninja, der dann durch den Raum schlich, uns die Hand reichte und uns jeweils einen Origami-Wurfstern in die Hand drückte.


Besonders beeindruckend war die Darstellung des 切腹 (Rituellen Selbstmords) von dem man in Filmen (Stichwort: »47 Ronin«) immer wieder hört. Diese Szene war unglaublich glaubwürdig und beeindruckend gespielt.


Bis auf ein paar Ausnahmen schienen mir die Waffen, die von den Darstellenden verwendet wurden echt zu sein. Zumindest schienen sie aus Metall zu sein. (Das kann natürlich je nach Qualität des Imitats natürlich auch täuschen.) Am Ende durften wir sogar — für die obligatorische Touri-Foto-Session — ein Schwert in die Hand nehmen. Ich war überrascht. Das Schwert erschien mir in gewisser Weise leichter als erwartet. Doch wenn man die Legenden bedenkt, die sich um das als solches ranken, und beachtet, dass das Ding in einer Schlacht vielleicht stundenlang geschwungen werden muss, erschien es mir doch etwas schwer. Wenn man also die Zeit erübrigen kann, dann ist das kleine Theater definitiv einen Besuch wert. Abschließend haben wir auch noch ein kleines japanisches Handtuch geschenkt bekommen.


  • today 09.06.2018

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Den Tag heute habe ich daheim mit alltäglichen Dingen verbracht. Wirklich was Interessantes gibt es nicht erzählen.


  • today 10.06.2018

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Da ich zur Zeit einen gewissen gestalterischen Schaffensdrang verspüre, bin ich heute schon recht früh in die Universität gefahren und habe mich dort noch einmal eingehend mit meinem Manga und meinem Poster für »Digital Illustration Advanced« beschäftigt. Zwei Projekte, die mich hier echt fesseln.


In »Digital Illustration« habe ich heute mein erstes Poster fertiggestellt. Ich bin sehr zufrieden und mein Professor eigentlich auch. Damit wäre eigentlich sogar schon meine Semesterabgabe fertig. Damit mir aber nicht langweilig wird ... Haha ... werde ich wohl noch ein paar Alternativen gestalten.


  • today 11.06.2018

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Der Tag heute war recht unspektakulär. In »Digital Illustration Basic« haben wir uns heute mit der analogen Nachberatung unserer Collagen beschäftigt; Tests für unsere Abschlussarbeit für dieses Semester. Das Fach und diese Aufgabe begeistern mich derzeit nur wenig. Ehrlich gesagt hatte ich in dem Kurs für die Endaufgabe doch einen vertiefenden Fokus auf die »Digital Illustration Methoden« erwartet.


  • today 12.06.2018

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Maiko Theater Kyoto

Für heute hatten wir eine Vorstellung in dem »Maiko Theater« in Kyoto gebucht. Etwas knapp vor Beginn der Vorstellungen kamen wir in einem kleinen Theater an. (Das Theater liegt etwas abseits des touristischen Zentrum Kyotos, nahe Gion.) Neben einer japanischen Familie, waren meine Reisegefährtin und ich anfangs die Einzigen, die der Vorstellung beiwohnten. Die Vorstellung begann mit einer kleinen Tee-Zeremonie, in der die 舞妓 (die 芸子 in Ausbildung) für alle Teilnehmer Tee traditionell zubereitete. Anschließend gab es ein kleines Interview, indem wir der 舞妓 einige Fragen stellen konnten. Die Bedienung übersetzte uns einige der Fragen und Antworten für uns. Mit jeder Information, die wir über die 舞妓 gewannen, stieg der Respekt für die junge Frau. Eine 舞妓 lässt eine fünfjährige Ausbildung in verschiedenen Künsten über sich ergehen und muss dabei einem »weltlichen« Auftreten — Shopping, Dating, Leben abseits der Familie, Trennung von Beruf und Privatleben — entsagen. Die 舞妓, mit der wir sprachen, hatte sich mit fucking 15 Jahren für diesen Weg entschieden. (In dem Alter wäre ich nicht einmal ansatzweise zu einer solchen Entscheidung in der Lage gewesen.) Anschließend gab es eine relativ kurze Tanz-Performance von 舞妓. (Kurz vor der Performance erschienen, dann auch Touristen, die sich bei einer 90-minütigen Versanstaltung um 30 Minuten verspäteten.) Abgerundet wurde die Vorstellung mit zwei Dokumentationen zum Thema 芸子.


Im Allgemeinen war die Vorstellung sehr steif gestaltet und kein Vergleich zu der in der Woche zuvor erlebten »Kenbu Vorstellung«. Leider fehlte auch anfangs bei der Tee-Zeremonie jede Erklärung und Anleitung. (Man würde es gern richtig machen und sich nur ungern als »0815-Tourist« oder gar als »Schwaben-Bauer« outen.) Außerdem wirkte die 芸子 bei ihre Performance doch sehr abwesend. (Ein Zustand der gewiss ihrer Konzentration und dem traditionellen Kontext geschuldet war und doch unangenehm auffiel.


  • today 16.06.2018

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Heute habe ich mir etwas Ruhe gegönnt und ein bisschen am Ufer der »Lake Biwa« entlang gelaufen. Am »Lake Biwa« gibt es viele interessante Dinge zu sehen, wie beispielsweise den »Michigan Schaufelraddampfer« und die ganzen (Sport-)Fischer. Mein (eher unspektakuläres) Ziel war »Japans älteste Brücke«. Diese kleine Wanderung war genau richtig. Das Plätschern von Wasser, die Bewegung und auch die ein oder andere Ruhepause am Ufer des Sees schenken einem eine gewisse Ruhe. (Hier war eher der Weg das Ziel. Die Brücke selbst war kaum sehenswert.)


  • today 17.06.2018

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Zum Nachmittag gab es noch einen kleinen Schock. In meinem Briefkasten habe ich ein kleines Leporello zum Thema »National Pension« (Nationale Rente) gefunden. Nicht nur war das Leporello sehr spezifisch an mich adressiert, sondern enthielt auch einen hohen Betrag berechnet auf die vollen Kalendermonate, die ich in Japan registriert bin. Aber gewiss ist es Quatsch in eine Rentenkasse eines anderen Landes einzuzahlen, vor allem wenn man Student ist und keinen fest Job hat. Aber man weiß ja nie ... Mal sehen, was dabei rauskommt ...


  • today 17.06.2018

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5 Lower

Heute durfte/musste ich das erste Erdbeben meines Lebens erleben. Ich muss sagen, dass das ein echt beeindruckendes Gefühl ist. In diesen Momenten wird einem klar, wie sehr man den Naturgewalten ausgesetzt ist. Einem wird klar, wie unbedeutend man ist. (Es kommt einem beinahe so vor, als dulde die Natur unsere Anwesenheit.) Die ganze Wohnung erzittert deutlich wahrnehmbar. Die Wahrnehmung scheint sogar irgendwie zu verschwimmen. Die hölzernen Kleiderschranken knarren und knacken. Das Zittern der Glasscheiben im Schrank ist sogar hörbar. Als Europäer, der etwas Derartiges noch nie erlebt hat, ist man etwas desorientiert. Einerseits rechnet man ja natürlich nicht damit und andererseits weiß man nicht, wie man sich verhalten soll? Dieser Moment ist einerseits interessant, aufregend und irgendwie auch beängstigend.


Als das Beben Otsu erreichte, saß ich gerade auf der Bettkante. 2 Minuten bevor mein Wecker klingelt, pünktlich aufgewacht. Ich habe eine ganze Weile gebraucht, das Ganze als das zu erkennen, was es war — ein Erdbeben. Ich stand auf, was sich — wenn die Erde wackelt — irgendwie komisch anfühlt. Ich wollte mich, wie ich es in Filmen gesehen hatte, in den Türsturz stellen. Allerdings habe ich den Türsturz meiner Papier-Schiebetür, die die Wohnung in zwei Zimmer trennt gewählt. Ganz schön bescheuert ... Doch nach nicht einmal einer Minute war das Ganze schon vorbei.


Als ich dann nachgelesen habe und festgestellt habe, dass es sich in meiner Gegend um ein Beben der Intensität »5 Lower« handelte, war ich dann doch überrascht, vor allem wenn man bedenkt, welche verheerenden Folgen Erbeben mit der Stärke 8 (oder höher) haben können. Beschränkt auf dieser einen Erfahrung kann man mit den Werten dieser Skalen immer noch genau gar nichts anfangen.


  • today 18.06.2018 — 07:58 Uhr

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宇治市  |  Uji

Heute war ich wieder in 宇治市, einem der Stadteile von 京都市. Mir gefällt es hier irgendwie. Es ist irgendwie, wie ein kleines, gemütliches, sommerliches Urlaubsdorf. (Irgendwie ist 宇治市 ein bisschen, wie ein kleines italienisches Dorf — mit all der Gemütlichkeit und allem — nur halt in Japan.) Heute habe ich mir, neben den Teeläden, die Natur und Tempel rund um den touristischen Kern angesehen. Ich bin ein bisschen am Fluss entlang gelaufen, habe ein paar kleine Brücken und einen Staudamm gesehen. Verköstigt habe ich mich den Tag über mit allem, was 抹茶enthält.


Auf dem Heimweg habe ich dann in einem der Teeläden einen Franzosen getroffen, der dort arbeitet und gutes Englisch sprach. Von ihm habe ich mir dann ein paar Sachen zum Thema 煎茶, 玉露 und 雁ヶ音 erklären lassen. Auf meine Bemerkung hin »Tee« sei ja eine eigene Wissenschaft, stellte sich heraus, dass der Franzose wohl für ein »Work-Holiday« in 宇治市 sei, um mehr über »Tee« zu lernen. Was der wohl arbeitet?


  • today 24.06.2018

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Clip Studio Paint

In »Digital Illustration« bekamen wir heute eine erste Einführung in »Clip Studio Paint«, ein Programm, das speziell auf digitale Illustration ausgelegt ist und sich in Japan großer Bekanntheit erfreut. (Das Programm wird unter anderem viel zur Gestaltung von Manga verwendet.) Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, warum das Programm, obwohl es verfügbar ist, bei uns nicht ebenso bekannt ist. Im Bezug auf digitale Illustration ist das Programm intuitiver und deutlich nutzerfreundlicher gestaltet als »Adobe Photoshop«. Ich war richtig überrascht von dem Funktionsumfang des Programms und der Art und Weise, in der Gestaltungsparameter manipuliert werden können. Zudem lässt das Programm auch einen strukturierten Aufbau von komplexeren Illustrationen zu.


Ein weiterer, großer Vorteil ist die Tatsache, dass das Programm zu einem relativ günstigen Preis gekauft werden kann und nicht über monatliche Beiträge gemietet werden muss.


Den einzigen Nachteil, den das Programm tatsächlich hat ist »Farbmanagement«. (Das ist allerdings immer illustrativen Bereich nicht ganz so wichtig, wie in fotografischen Fachbereichen.)


  • today 25.06.2018

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Heute gab es eine kleine aber feine Grillparty auf dem Universitäts-Gelände. Ein paar der japanischen Kommilitonen hatten uns eingeladen. Es war eine bunte Menge an Studenten, die mit uns da den Abend verbracht hat. Darunter war ein Vietnamese, ein Indonesier, ein Malaie, eine Amerikanerin, ein paar Japanerinnen und wir. Nachdem man miteinander warm geworden ist, entstanden spannende Gespräche, mit viel Spaß und Gelächter; ausgelassene Stimmung also. (Hier ist allerdings auch ein Unterschied zwischen den Japanern und anderen bemerkbar.) Nebenbei hat man immer wieder was über die Leute erfahren. Es ist echt interessant, was die Leute für Geschichten haben. Highschool in Australien mit anschließendem Studium in Japan und andere Geschichten.


Neben den Lebensgeschichten war es auch spannend die Japaner im Rahmen des BBQs zu beobachten. Es wurde nichts verschwendet. Müll wurde penibelst eingesammelt und entsprechend anschließend entsorgt. Es hat trotz Wind keine Papierteller und keine Plastikbecher weggeweht. Das Ganze hört sich relativ banal an, wenn man sich da aber bei uns umsieht, ... Da können wir uns eine Scheibe abschneiden.


Während des BBQs und im Umgang mit den Kommilitonen hat man sich sehr wohl und willkommen gefühlt. Man hat auf Anhieb dazugehört und war Teil von Allem. Vor allem das hat dann den Abend zu etwas ganz besonderem gemacht.


»Smack the Watermelon«

Während des Grillens war immer wieder die Rede von »Smack the Watermelon«, was sich für mich die ganze Zeit immer nur nach einer seltsamen Redewendung klang. Aber nein, es geht tatsächlich darum eine Wassermelone aufzuschlagen. Mit »Schere Stein Papier« wird einer aus der Gruppe ausgelost, der den Anfang macht. Diese Person bekommt dann eine Holzlatte. Mit dem Kopf an der senkrechten Holzlatte dreht man sich dann mit geschlossenen Augen um die Holzlatte. Mit geschlossenen Augen torkelt man dann — desorientiert — in die Richtung der Melone, wobei man durch Rufe gesteuert wird. Hat man Melone erreicht, schlägt man zu. Ich war als Zweiter an der Reihe und hab es geschafft die Melone zu öffnen. Selbstverständlich wird die Melone auch anschließend gegessen!


  • today 26.06.2018

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Eine Begegnung

Da die Bahn heute etwas Verspätung hatte, habe ich heute meinen Schulbus in Universität verpasst. (Ja, meine Universität hat einen eigenen, kostenlos Schulbus.) Kurzerhand bin ich also in Richtung der Universität losgetigert. Noch vor der Hälfte des Weges hat mich eine junge Frau eingeholt und angesprochen. Es stellte sich heraus, dass sie mich gesehen hatte und durch die Bushaltestelle erraten hatte, dass ich wohl auch an die »Seian University of Art and Design« ging. Es entstand ein kurzes, entspanntes Gespräch. Das war etwas, was mir den Tag versüßt hat. (Und das, obwohl der Tag damit erst richtig angefangen hat.) So kleine Begnungen sind es, die sich einem lange einprägen, obwohl sie eigentlich vergleichsweise unbedeutend sind.


  • today 27.06.2018

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Zum Mittagessen habe ich mich heute abermals mit den Kommilitonen von dem BBQ am Vorabend zur Resteverwertung getroffen. Man hat ganz einfach die Heizplatte in der Werkstatt im Fachbereich »Costume Design« angeschmissen und hat die Sachen aufgewärmt und hat dann in aller Ruhe zusammen gegessen. Lecker war’s!


  • today 27.06.2018

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Als Abschluss des Tages haben wir uns in Kyoto mit einer japanischen Kommilitonin getroffen, die wir bei ihrem Auslandssemester an unserer Heimat-Hochschule kennengelernt haben. In einer kleinen abgelegenen Bar haben wir uns dann unterhalten und etwas Wasserpfeife geraucht. So haben wir heute den Tag in enspannter Stimmung ausklingen lassen.


  • today 27.06.2018

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仁和寺  |  Ninna-ji Tempel

Der Ninna-ji Tempel ist ein großer Tempelkomplex, der in der Nähe von dem Ryoan-ji Tempel und in relativer Nähe vom Goldenen Pavillon in Kyoto zu finden ist. Hauptsächlich überzeugt die Tempelanlage durch den Steingarten, den man auf dem Tempelgelände besuchen kann. Im Gegensatz zu dem Ryoan-ji Tempel ist dieser Steingarten nicht ganz so von Touristen überlaufen und hat in meinen Augen doch deutlich mehr zu bieten. So ein Steingarten hat irgendwie eine ganz eigene Wirkung, die man nicht so recht beschreiben kann. Die nachgebildeten Landschaften und buddhistischen Symbole sind echt faszinierend. Daneben sind auch verschiedene Gebäude auf dem Gelände, die leider allesamt nicht betreten werden können. Auf dem Tempelgelände gibt es außerdem eine kleine, etwas versteckte aber sehr schöne Statue eines Buddha.


  • today 28.06.2018

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龍安寺  |  Ryoan-ji Tempel

Der Ryoan-ji Tempel beherbergt den bekanntesten Steingarten Japans, was meiner Meinung nach ein Missverständnis sein muss. Nicht nur ist der Garten von Touristen überlaufen. (Wenn auch nicht so sehr, wie das »Goldene Pavillon« oder ähnliche Hotspots. Meiner Meinung nach gibt es andere Steingärten in Kyoto, die visuell beeindruckender und wahrscheinlich auch hintergründiger arrangiert sind. (Eine dieser Steingärten findet man zum Beispiel im Tempelkomplex des Daitoku-ji Tempel in Kyoto.) Allerdings fehlt mir hier mit recht hoher Wahrscheinlichkeit das Tiefen-Wissen, um dies hier realistisch bewerten zu können. (Schließlich nehmen sicherlich auch die verschiedenen buddhistischen Schulen des Zen-Buddhismus eigene Einflüsse auf die Gestaltung dieser Steingärten, um mal einen der möglichen Faktoren zu nennen.)


  • today 28.06.2018

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  • place Kyoto (Kyoto)

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Da ich gestern die halbe Nacht damit verbracht habe mein Zimmer auseinander zu bauen, um eine Küchenschabe zu erlegen, die sich durch das offene Fenster in die Wohnung geschlichen haben muss und wegen des nicht gerade viel versprechenden Wetters, habe ich heute den Tag daheim verbracht. Den Tag habe ich dann nur mit ein paar kleinen Alltäglichkeiten verbracht.


  • today 29.06.2018

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Home Visit

Im Rahmen des »Home Visit«-Programms der »Otsu International Goodwill Association« war ich heute bei einer japanischen Familie, als Gast zum Essen eingeladen. Das ist eine Erfahrung, die ich jedem empfehlen kann! Es war eine sehr entspannte und ungezwungene Atmosphäre in der man sich gut — auf Englisch und Japanisch — unterhalten hat. Thematisch waren die Gespräche vollkommen frei und nach Lust und Laune. Man hat sich also über dies und das unterhalten.


Auch das Essen war sehr lecker! Zum Essen gab es zwei Sorten Reis, die einerseits mit Nüssen und andererseits mit Gewürzen angemacht wurden. Dazu gab es verschiedene Toppings; Rindfleisch, Brokkoli und Rührei. Außerdem gab es 素麺 mit Gurken, Tomaten, Aal und Seaweed. Sehr lecker! Als Dessert gab es dann Grüntee mit Cookies, und eine Scheibe Honigmelone.


  • today 30.06.2018

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  • place Hiezan-Sakamoto (Shiga)

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  • local_dining Essen & Trinken

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